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BMF Schreiben zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung von Umsätzen mit Kunstgegenständen veröffentlicht

BMF Schreiben zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung von Umsätzen mit Kunstgegenständen veröffentlicht

Bereits im Januar 2014 wurde ein Anwendungsschreiben zu den umsatzsteuerrechtlichen Änderungen im Bereich der Besteuerung von Umsätzen mit Kunstgegenständen und Sammlungsstücken erwartet. Diese traten bereits zum 01.01.2014 in Kraft. Die Finanzverwaltung hat nun nach fast einem Jahr Stellung genommen.

Seit dem 01.01.2014 kommt der ermäßigte Umsatzsteuersatz beim Handel mit Kunst nur noch in Ausnahmefällen zur Anwendung. Der gewerbliche Kunsthandel hat grundsätzlich mit dem Regelsteuersatz von 19% zu erfolgen. Strittig war bis dahin insbesondere die neu eingeführte Regelung zur Pauschalmarge bei Anwendung der Differenzbesteuerung.

Die anfallende Umsatzsteuer wird bei der Differenzbesteuerung aus dem Differenzbetrag aus Verkaufspreis und Einkaufspreis berechnet.

Um die Nachteile durch den Wegfall des ermäßigten Steuersatzes auszugleichen, wurde die unionsrechtlich zulässige Pauschalmargen-Regelung eingeführt. Danach ist von einem Differenzbetrag zur Berechnung der Umsatzsteuer von 30% des Verkaufspreises auszugehen, wenn sich der Einkaufpreis nicht ermitteln lässt oder unbedeutend ist. Wann diese Voraussetzungen genau erfüllt sein sollten, wurde nicht gesetzlich geregelt. Die Finanzverwaltung regelte hierzu folgendes:

  • Unbedeutend ist ein Einkaufspreis bis zu einem Betrag von 500 Euro

  • Ein Einkaufspreis ist insbesondere nicht feststellbar, wenn der Unternehmer mehrere Kunstgegenstände als Sachgesamtheit erwirbt, und für die einzelnen Gegenstände keine Verkaufspreise ausgewiesen sind.

Ob diese gesetzlichen Regelungen sowie die hierzu ergangenen Auslegungen der Finanzverwaltung haltbar sind, bleibt einer gerichtlichen Prüfung vorbehalten.